zumikon | kultur und kommunikation

Ausstellung »KOSTBAR« mit Meike Lohmann, Linda Männel, Birgit Nadrau und Kathrin Ziegelmaiers

Am 11. September 2011 schrieb Susanne Helmer in der Nürnberger Nachrichten:

Einblicke in fremde und vertraute Gefühlswelten Selbstbewusstes Quartett: Vier Künstlerinnen stellen unter dem Titel „Kostbar“ im Zumikon in Großweidenmühle aus

Vier starke weibliche Positionen der Bildenden Kunst sind ab heute im Zumikon in Großweidenmühle zu bestaunen: Ehemalige Studentinnen der Nürnberger Akademie zeigen unter dem Titel „Kostbar" eine Auswahl ihrer Werke.
Mit welch fast schon aggressiver Wucht muss diese Zeichnung wohl entstanden sein — Kathrin Ziegelmaiers blaue Kugelschreiberattacke hängt allein auf einer Wand im Untergeschoss des Zumikon-Studios. Vom Weiß des papiernen Untergrundes ist fast nichts mehr zu sehen. Kuratorin Verena Waffek wollte der großformatigen Gebirge-Ansicht zu Recht den entsprechenden Platz einräumen.
Generell stehen die Werke der vier beteiligten Künstlerinnen aber gleichberechtigt nebeneinander. Und das ganz ohne Zickenkrieg. Man merkt sofort: Hier stimmt die Chemie, sowohl in Sachen Kunst als auch privat. Meike Lohmann, Birgit Nadrau und Linda Männel haben ihr Atelier alle „auf AEG" und kennen sich daher nicht nur von der Kunstakademie, sondern auch vom täglichen kreativen Arbeiten. Gemeinsam ist ihnen die genaue Beobachtungsgabe. Birgit Nadrau ist dabei die Spurensucherin, die Alltagsfundstücke sammelt und sie zu einer neuen Identität zusammensetzt. Im Falle eines der im Zumikon gezeigten Bilder war das ihre Reise-Kiste aus China, in der sich zum Beispiel Zeitungsschnipsel befanden. Mit Hilfe von Werkzeugen wie Nadeln, Pizzarädern oder Stäbchen hat sie dünnes Aluminiumblech von der Rolle so bearbeitet, dass aus den Erhebungen auf dessen Oberfläche Szenen entstehen: „Double Happiness" ist oben links zu lesen, der Name einer chinesischen Zigarettenmarke. Nadraus silberner Kühle sind Linda Männels verspielte Arbeiten, auf denen Gelb dominiert, entgegengestellt.
Ornamentale Strukturen, eine tanzende Frau in langem Kleid, Vögel — Nostalgie und Idylle gehören bei der Künstlerin dazu. Sie malt zum Beispiel Fotografien, die aus Nachlässen oder vom Flohmarkt stammen, ab und überspannt sie dann mit Wollfäden (Tipp für die praktische Hausfrau, die das Ganze daheim nachmachen will: Am besten welche mit Acryl nehmen, die mögen die Motten nicht so). Diese Technik hat sie im letzten Jahr erstaunlich erweitert und verfeinert.
Einen Blick in fremde und doch so vertraute Welten gewährt Meike Lohmann auf ihren immer leicht irritierenden Bildern. Verlaufende Farbschichten erinnern an einen Zustand zwischen Schlaf- und Wachbewusstsein, zwischen Traum und Realität. Sie zeigt Landschaften, Häuser, Menschen und Tiere, die seltsam entrückt wirken, aber wohl keinen Betrachter unberührt lassen. Kurzum: Im Zumikon sind vier Frauen versammelt, die etwas zu sagen haben. Selbstbewusst, vielschichtig, neugierig und mit einem wachen Blick für Menschen und ihr Innenleben.

Ausstellung »KOSTBAR« mit Meike Lohmann, Linda Männel, Birgit Nadrau und Kathrin Ziegelmaiers

Am 11. September 2011 schrieb kalb in der Nürnberger Zeitung:

Wie kostbar sind Kadaver in kahlen Katastrophengebieten?

Was gilt uns als kostbar? Die Antwort kann nur individuell aus- fallen, erst recht bei Künstlern. Das Zumikon stellt vier Absolventinnen der Kunstakademie aus, deren verschiedenartige Werke und Techniken im Zeichen des Kostbaren stehen.
Erinnerung ist so eine Kostbarkeit, da sie verblasst, aber auch verklärt. Und im Zeitalter der Demenz-Phobie selbst als bedrohtes Gut erscheint. Linda Männel überzieht ihre Gemälde mit hellen Wollfäden. Die Malerei schimmert zwar durch, verliert aber den Eindruck der Unmittelbarkeit. Am schönsten gelingt Männel dies mit dem großformatigen „Süßer Vogel Jugend", einem durchkomponierten Getümmel von schwerelosen Tänzerinnen und Tieren. Kreisförmige Aussparungen im Fadenüberzug lenken den Blick des Betrachters, reizen ihn, hinter das Wollgespinst zu blicken. Erinnerungsarbeit verdichtet sich zur optischen Mühsal.
Eine Aura kalter Pracht verströmen Birgit Nadraus Aluminiumreliefs. Blanke Folien beritzt, bepunzt und bestichelt Nadrau mit Schriftzügen und Werbegraphiken aus den 50er Jahren; Mangafigürchen, chinesische Schriftzeichen, Glücksdrachen, Ornamente und unübersehbare Preisangaben konzentrieren sich zu einer Warenwelt des kalten Glanzes. Schön und keimfrei wie eine Silberbüste.
Im Gegensatz hierzu steht Meike Lohmann. Die Frau mit den strahlend blauen Augen wälzt sich geradezu im Dreck. Meike liebt Erdfarben und entwirft verlassene Landschaften nach der Schlacht, bedeckt mit Kadavern. Naturkatastrophen und Sintfluten müssen über ihre Szenerien hinweggefegt sein, den Rest hat der Zahn der Zeit zernagt. Wo ist hier das Kostbare? Wer zeigt noch Flagge? Verloren, vorbei, vergangen.
Ganz in Innenwelten versunken präsentieren sich die Bilder von Kathrin Ziegelmaier. Die Malerin greift Fotografien aus Illustrierten auf, vergrößert und verfremdet sie am Drucker, holt immer neue und andere Farbwerte heraus – und übermalt dann diese verfremdeten Ausdrucke mit Acryl. Da entstehen höchst intime Porträts wie „Schlafender Soldat"", aber auch aggressive Verdrängungsalbträume wie „Miss Lee", die mit totenschädeligem Gesicht unter schwarzer Farbmasse versinkt.
Nach diesem Prinzip mutiert die „Madonna" aus einer Barockkirche zu einer Mater Dolorosa, einem Phantom in fahlem Gelbgrün vor Nacht- schwarz. Der Gegensatz folgt einer religiösen Logik, schon Grünewald und andere Altmeister spickten ihre Madonnenbilder mit Anspielungen auf das spätere Leiden.
Und dann steht man überwältigt vor einer großformatigen Gebirgslandschaft in feinster blauer Schraffur. Keine farbige Radierung ist dies, sondern eine Kugelschreiberzeichnung. Eine kostbare Arbeit, die Kathrin Ziegelmaier in Monaten mit dem billigsten Wegwerfstift des Alltags bewerkstelligte. Ihr Titel: „Heimat".

Ausstellung »Matthias Klos: Entweder Problem oder Vorsprung« und »Daniel Kiss: ENSEMBLE« vom 15. Juli bis 3. September 2011

Am 11. Juli 2011 schrieb Kai Kappes in den Nürnberger Nachrichten:

„Immer in Konflikt mit den Proportionen“

Der Kampf mit der Kunst: Matthias Klos und Daniel Kiss stellen im Zumikon aus
Die regionalen Künstler Klos und Kiss kreieren Kunst. Doch nicht nur Alliterationen verbinden die beiden: Die zwei Gewächse aus der Nürnberger Akademie- Talentschmiede zeigen in einer Doppelschau im Zumikon ihre Werke.
Mit einem großen, blau gesprayten „Danke“ begrüßt Daniel Kiss, Jahrgang 1984, die Besucher zur Ausstellung „Ensemble“ im Lounge-Bereich. Nein danke? Na danke? Oder einfach nur vielen Dank, dass Sie gekommen sind? „Das schwirrte mir schon lange im Kopf herum. Es gibt so viele Menschen, bei denen ich mich bedanken möchte“, sagt Kiss. Auf dünner Folie flattert das mehrdeutige Wort. Überhaupt arbeitet Kiss mit gewöhnlichen Materialien wie Gips oder Tapete, ganz im Sinne der Arte Povera. Er bedient sich spielerisch bei Matisse und griechischer Architektur und setzt diese in überraschende Kontexte. Dabei zeugt die werkimmanente Leichtigkeit nicht vom schwierigen Schaffensprozess. „Immer wieder bei null anfangen, sich nicht auf bewährte Techniken stützen, sondern mit sprödem Glas, hartem Holz und stumpfem Messer kämpfen – so will ich meine Werke angehen.“ Matthias Klos, der seit 2002 in Wien lebt und 14 Jahre vor Kiss sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg begann, widmet sich der Konzeptkunst. „Entweder Problem oder Vorsprung“ heißt seine Schau. Mit Wägelchen, großen weißen Schildern und einem Fotografen macht er sich auf in die Stadt und wird selbst zum Motiv seiner Fotografien. So streckt er beispielsweise am Aufseßplatz seine kryptischen Postulate lautlos gen Himmel: „Immer in Konflikt mit den Proportionen“ oder „Das Positive wirkt morgen“.
Nicht wertend sollen seine Tafeln sein, sondern Zustände beschreiben. „Manche Sätzen reifen ein Jahr bis ich sie auf die Straße trage.“ Seine Kunst ist fest im urbanen Raum verankert, die Schildbürger-Fotos auf der Straße sind aber nur ein Thema in Klos’ Spektrum. Bei seiner Diaserie von Zigarillorauch im Atelier rennt Klos der Flüchtigkeit des Augenblicks quasi hinterher und kommt doch immer zu spät: Das Spiel aus Licht und Rauchwolke lässt sich nicht gezielt mit der Kamera bannen — und gerade das macht wohl den fragilen, unwirklichen Zauber aus.

Ausstellung »Matthias Klos: Entweder Problem oder Vorsprung« und »Daniel Kiss: ENSEMBLE« vom 15. Juli bis 3. September 2011

Am 14. Juli 2011 schrieb Christian Mückl in der Nürnberger Zeitung:

Schild-Bürger in der Südstadt

Der eine hält eine Tafel hoch, auf der „Das Positive wirkt morgen“ steht. Der andere empfängt Besucher mit einem gesprayten „danke“. Mit Matthias Klos (geboren 1969) und Daniel Kiss (geboren 1984) stellen zwei erfrischende Protagonisten zeitgenössischer Kunst im Nürnberger Zumikon aus.
Der Künstler kennt Krisen. Weil Matthias Klos aber nun mal „Konzeptkünstler“ ist, hat er für solche Situationen – na, was wohl? – ein Konzept: Steckt Klos in der Klemme, erfindet er eine Durchhalteparole. Die schreibt er dann auf ein Schild, stellt sich damit auf die Straße und hebt es hoch. Weil er nicht sicher sein kann, ob damit am Ende ihm, der Kunst oder sonst wem geholfen sein wird, hat er seine Ausstellung im Nürnberger Zumikon vorsichtshalber nach einem eher vagen „Postulat“ benannt. „Entweder Problem oder Vorsprung“ heißt die Schau. Der Titel trifft und spaltet den Zweifel im Kern.
Der in Hersbruck geborene Künstler, der in Wien lebt und arbeitet, stellt also Fotografien von Großstadtstraßen aus, auf denen er ein Schild hochhält. Zwei Bilder der vom Institut für moderne Kunst kuratierten Schau entstanden in Nürnberg, wo Klos mit dem Fotografen Uwe Niklas unterwegs war. Am Aufseßplatz und in der Zufuhrstraße waren sie (also dort, wo grauer Asphalt, Häuserwände und städtische Staubluft eine besonders markante Melange ergeben) und haben unter dem Banner der Kunst postuliert. Ob Klos nun die Behauptung „Das Positive wirkt morgen“ in Richtung Himmel reckt oder als Schild-Bürger still im Straßenlärm „Die Kontur der Wiederholung“ präsentiert: Ein demonstrierender Lösungswortpoet ist zu erkennen, der inmitten der Metropole zum Nachdenken einlädt.
Mit einer weiteren Fotografie-Serie – „Smoke in the Studios“ – gelingt es ihm darüber hinaus aufzuzeigen, dass er nicht nur irre Konzepte, sondern auch ein irres Gespür für Momentaufnahmen hat: Sich im Atelier verflüchtigender Rauch ist zu sehen.
Wie aus einer anderen Sphäre weht dem Besucher dann das Wort „danke“ entgegen, das nebenan in der Zumikon-Lounge Daniel Kiss auf transparente Abdeckfolie gesprayt hat. Was für ein erwärmender Empfang in seiner Ausstellung „Ensemble“, in der sich der 1984 Geborene viel mit materiellen Reibungsflächen beschäftigt: So hat er etwa ein beachtliches Gips-Gemälde aus selbstgegossenen Bausteinen erschaffen und mit weichen Tüchern garniert. Aber auch Fotografien, Malerei und Objekte offenbaren den Forschergeist des Akademie-Studenten aus der Klasse Munding, der im Sinne der Arte Povera nach der Erhabenheit des Einfachen trachtet – wohlwissend, wie flugs es ins Banale kippen kann. Kiss wählt diesen Reiz.

Ausstellung »Sabina Baumann: Himmelhund« und »Matthias Böhler:
Heart-ache-ache-ache / Head-ache-ache-ache« vow 6. Mai bis 2. Juli 2011

Am 5. Mai 2011 schrieb Martin Mai in der Nürnberger Abendzeitung:

Filme im Kopf und der Fernseher pinkelt

Schönheit und Elend liegen nah beieinander im Studio des zumikon. Dort eröffnete am 5. Mai die Ausstellung „Himmelhund“ der Züricher Künstlerin Sabina Baumann. Bei „Intakte Intuition“ etwa sieht der Mensch einer Katastrophe - nach dem Vulkanausbruch - einfach nur zu, gefangen in den Medien: elendig, passiv, trotz der sich nähernden Aschewolke. Zugleich aber auch schön verschroben humorvoll: Die Fernsehkommode hebt ein Bein und pinkelt auf den Boden. Baumanns schwarz- weiße Bleistiftzeichnungen sind allesamt in einem düsteren Kontext zu sehen, selbst auftauchende Ikonen der guten Laune oder der heilen Kinderwelt wie Fix und Foxi oder Mickey Mouse erscheinen in bitteren, oft überfrachteten Kontexten.
Das hat Methode bei der 1962 geborenen Künstlerin: Sie verquirlt und kombiniert Quer- und Gender-Theorien, Fortschrittsglaube und -angst, Film und Realität zu suggestiven Traumlandschaften in ihren Zeichnungen…
Matthias Böhler, der zeitgleich in der Lounge des zumikon ausstellt, wählt einen direkten Weg. Bei einer Serie „Film Noir“ Film Stills verwendet er Elektrofotografien von Objekten wie Spielzeugautos, die er auf den Kopierer gelegt hat. Dabei entstehen Szenen, die dem Titel entsprechend tatsächlich Filme im Kopf entstehen lassen.

Ausstellung »Sabina Baumann: Himmelhund« und »Matthias Böhler:
Heart-ache-ache-ache / Head-ache-ache-ache« vow 6. Mai bis 2. Juli 2011

Am 5. Mai 2011 schrieb Christian Mückl in der Nürnberger Zeitung:

Auf den Himmelhund gekommen

Himmelhund - so heißt Sabina Baumanns Ausstellung im Zumikon. Als Grund für den Titel gibt sie ihre schönen Erinnerungen an die gleichnamige Schweizer Band an, die während der 80 er Jahre die Züricher Frauenszene mit Tönen begleitete. Künstlerin, die Baumann nun mal ist, hat sie dazu einen schwebenden Vierbeiner in einer ihren feinen Bleistiftzeichnungen verewigt. Überhaupt benennt das Tier als Hybridwesen zwischen Drache und Hund den Knackpunkt ihrer Schau. Baumanns Zeichnungen und Tonskulpturen handeln vom Wirrwarr mit der Wirklichkeit. Baumann fungiert als Fachfrau für melancholische Metaphern … Indem Baumann, die in der quirligen eidgenössischen Kreativszene keine Unbekannte mehr ist, Eindrücke aus Medien, Kunstgeschichte und Popkultur sammelt, schafft sie mit dem Bleistift surreale Landschaften. Da ist der Fettwanst vor arabesker Wohnzimmertapete, auf dessen Bauchkugel ein See ruht, während auf seiner wellenartigen Brust ein Inselchen wächst. Oder es hängt eine Elvisfrisur am Ast. Daneben eine Vogelgrippe. Daneben wiederum klopft ein Specht…
Herz und Kopfschmerzen treiben Matthias Böhler (Jahrgang 1981) um. Er präsentiert nach seinem Akademieabgang seine erste Einzelausstellung in der Lounge des zumikon. Titel: „heart ache-ache-ache/ heat ache-ache-ache“. Was Böhler unter dem nachhallenden Motto jedoch auftischt - eine Art Filmrissinstallation als Reminiszenz an seine Jugend in der fränkischen Provinz, dazu düstere Spielzeugauto-Bilder aus dem Schwarz–Weiß-Kopierer, dazu Englischbuch-Collagen nach dem Motto „Boy meets Girl“ reißt weder formal noch inhaltlich vom Hocker. Geschweige denn, daß es Schmerzen erzeugt: Selbst dazu ist es zu unausgegoren…

Ausstellung »Luzia Hürzeler: Aus dem Auge« und »Tim Trantenroth: Suggestion« vom 25. Februar 2011 bis 16. April 2011

Am 28.2.2011 schrieb Birgit Ruf in den Nürnberger Nachrichten:

Denkmal für den unbekannten politischen Gefangenen
Straßenschlachten in Kairo und Illegale in Italien: Kunst im Zumikon greift auch aktuelle gesellschaftliche Themen auf

Illegale Straßenverkäufer in Rom und Tumulte in Kairo: In der neuen Doppel ausstellung im Zumikon geht es auch um aktuelle (gesellschafts-)politische Entwicklungen.
Tim Trantenroth, der in Nürnberg aufgewachsen ist, an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat und heute als freischaffenden Künstler in Berlin lebt, sieht sich als moderner Historienmaler. Sein Sujet: Die Zerstörungen und anderweitigen Veränderungen, die Terror in unsere Welt bringt. Das zeigt Trantenroth in seinen stets menschenleeren kleinformatigen Bildern ganz direkt und unmissverständlich: Da stehen Hausruinen, zerschossen, gepündert, gesprengt, Autos mit Einschusslöchern und verwüstete Straßen. Subtiler sind die Folgen des Terrors, die Trantenroth mit seinem kleinen Bild von einer im Wind wehenden Abfalltüte vor Augen führt. „In Paris hat man die schweren Mülleimer aus dem Stadtgebiet entfernt und durch transparente Tüten an den Halterungen ersetzt. Darin kann man keine schwere Bombe verstecken“, sagt der 41-Jährige, der als Vorlagen für seine nun in Nürnberg gezeigten Gemälde auf Zeitungsfotos zurückgegriffen hat. „Es geht mir auch um die Illusion von Informiertheit“, sagt der Maler — und um die Austauschbarkeit von Terror-Bildern. Im Untergeschoss des Ausstellungsraums zeigt sich Trantenroth von einer anderen Seite: als Wandmaler. Auf den ersten Blick hat seine Raumtiefe suggerierende große Wandarbeit in schreiendem Orange so gar nichts mit den irritierend ästhetischen Terror- Bildern oben zu tun. Der thematische Zusammenhang stellt sich erst dann her, wenn man weiß, dass der Künstler mit der Arbeit einen Entwurf von Max Bill für ein Denkmal für den unbekannten politischen Gefangenen aufgreift.
Unbekannte erhebt auch Luzia Hürzeler zum Bestandteil eines Kunstwerkes — zum Beispiel den illegalen Straßenverkäufer, der Handtaschen auf dem Boden feilbietet und immer wie der vor der Polizei fliehen muss. Zig Mal hat die 34-Jährige solche Szenen bei einem Aufenthalt in Rom beobachtet: „Das hat mich sehr berührt.“ Die Künstlerin sprach den Straßenverkäufer an, bat ihn die Szenen für sie nach zustellen und filmte ihn im Atelier vor einer Sperrholzwand.
Heraus kam einer von drei eigenwilligen Video-Filmen, die die Schweizerin, die in Nürnberg schon 2008 beim großen Ausstellungsprojekt „Tier und Mensch“ beteiligt war, jetzt ausstellt. In allen dreien wartet man als Betrachter ebenso gespannt wie geduldig auf den Monent, dass etwas passiert. Es vermittelt sich nämlich zunächst der Eindruck, man blicke auf ein Standbild. Zum Beispiel bei dem ausgestopften Löwen, der plötzlich Besuch von einem lebenden Artgenossen bekommt. Oder bei dem Straßenkünstler, der so tut als sei er eine Statue und — abgesehen von kleinen Wacklern — 50 Minuten in einer Pose verharrt. „Eigentlich bin ich keine Videokünstlerin, sondern interessiere mich für Skulptur“, sagt Hürzeler — und beim Blick auf den Satuen-Mann kann man das gut nachvollziehen.
Ihre Filme haben etwas von einer trockenen Versuchsanordnung, spielen in surrealen Szenerien und erzählen absurde Geschichten. Was beide Künstler im Zumikon verbindet, ist vielleicht der vermeintlich dokumentarische Zugriff auf die Welt, den sie aber in jeweils ganz andere künstlerische Sprachen übersetzen — und sich dabei gut ergänzen.

Ausstellung »Luzia Hürzeler: Aus dem Auge« und »Tim Trantenroth: Suggestion« vom 25. Februar 2011 bis 16. April 2011

Am 28. 2. 2011 schrieb M. May in der Nürnberger Abendzeitung:

Dieser Löwe ist eine Skulptur
Zwei Ausstellungen im Nürnberger Zumikon von Luzia Hürzeler und Tim Trantenroth

Ein ausgestopfter Löwe (Il Nono), eine Skulptur, zu sehen in einer Projektion der Künstlerin Luzia Hürzeler, wartet auf einen lebendigen Löwen. Er schnüffelt etwas verwirrt an seinem „Großvater“ herum und verschwindet wieder. Die in Genf lebende Künstlerin spielt auch in ihren anderen Weken mit den Komponenten Zeit/Objekt und der Wahrnehmung. Zum Beispiel, wenn sie einen Straßenkünstler in seiner rund 50-minütigen Erstarrung auf der Leinwand inszeniert. Zunächst denkt man an Fotografie — bis man anhand des Zitterns der Hand begreift, daß man es erneut mit einem Video zu tun hat.
Ganz anders dagegen die Werke von Tim Trantenroth. Von seinen farblich unaufgeregt gehaltenen, ansatzweise fotorealistischen, kleinformatigen Acrylarbeiten geht Gewalt aus — auf den 2. Blick. Denn wie bei einem Kameraschwenk wird der Blick des Betrachters immer tiefer in die Szenerie nach einem möglichen Terroranschlag gezogen: Autos sind zerschossen, Fenster zerborsten, ganze Gebäude sind zerstört. Mit der Architektur verbindet den Wahlberliner wiederum seine Arbeit in der Lounge des Zumikon. Dort ist ein dreidimensional wirkendes Wandgemälde entstanden, das mit seiner Bunker-Ästhetik an die Terrorgemälde erinnert.

Ausstellung »Ursula Kreutz: post _exil«
vom 26. November 2010 bis 29. Januar 2011

Am 27. November 2010 schrieb Frau Dr. Birgit Ruf in den Nürnberger Nachrichten:

Pfade in den Wald und die Kunstgeschichte
Doppelschau im zumikon mit Werken von Ursula Kreutz und Hank Schmidt in der Beek

Von den Stoffobjekten zur Performance: Ursula Kreutz geht neue Wege und man weiß noch nicht wirklich, ob man die gut finden soll. Zwei Wochen lang hatte sie im Sommer gemeinsam mit Kollegen von der Künstlergruppe „Der Kreis“ im Wald gelebt. Jetzt stellt sie die Ergebnisse dieses Projekts, das sich um Fragen der Anpassung und Integration, um Begriffe der Tarnung , des Exils und der „ästhetischen  Beheimatung“ dreht, im zumikon am Pegnitzufer aus.
„Ich habe versucht, mich mit künstlichen Mitteln der natürlichen Umgebung anzupassen“, sagt Kreutz. Die Requisiten, die sie dafür für den Film herstellte, sind jetzt zu sehen: Die Kleidung samt Kopftuch - eine Art Ganzkörperverhüllung mit Tarneffekt, denn die Stoffe sind mit Motiven von Ästen und Blättern, Brennesseln und Sträuchern bedruckt. Auch das Originalzelt aus zartem Stoff passt sich so seiner Umbebung optimal an. Im echten Reichswald bei der Performance sowie im Ausstellungsraum mit Rundum-Waldpanorama, in dem Ursula Kreutz wie ein Geist in ihrer grünen Montur auftaucht. Der Nürnberger Fotograf Bernd Telle hat die Aufnahmen während des Freiluft- Kunstprojekts gemacht.

Vom Wald in die Welt der Kunstbücher: parallel zu Kreutz stellt im Studio des Zumikon Hank Schmidt in der Beek aus. Nein, das ist kein Künstlername, der junge Mann, gebürtiger Münchner, heißt wirklich so. Und er überzeugt mit einer ebenso schelmischen wie sehenswerten Präsentation von 120 seiner Collagen in denen er die Heroen der Kunstgeschichte ziemlich frech vom Sockel stößt und ihnen die Patina wegbläst. Da sägt Micky Maus an einer Picasso-Figur, Charlie Chaplin lugt aus Renee Magrittes mysteriösem Türloch, und Stan Laurel und Oliver Hardy gucken Valy Export in den Schritt.
„Hank bringt das Lachen in die Kunst“, sagt Kurator Manfred Rothenberger und hat recht damit....

Ausstellung Ursula Kreutz: »post _exil« und Hank Schmidt in der Beek: »Was reimt sich schon auf de Saint Phalle?« vom 26. November 2010 bis 29. Januar 2011

Am 26. November 2010 schrieb Herr Maximilian Theis, Abendzeitung:

Fremdkörper in Nasen und Wäldern
Das Nürnberger Zumikon präsentiert ab heute eine neue Doppelausstellung

Was reimt sich schon auf de Saint Phalle? Diesae Frage stellen sich vermutlich nicht allzuviele. Wenn man sich aber die skurillen Collagen des Münchner Wahlberliners Hank Schmidt in der Beek ansieht, die das Nürnberger Institut für moderne Kunst derzeit im zumikon ausstellt, dann verwundert es nicht allzusehr, daß der dichtende Künstler auch auf so eine abseitige Frage kommt. Und diese sogleich zum Titel seiner Werkschau adelt.
Für sein kleinformatigen Werke verwendet Schmidt in der Beek bekannte Fotografien und Zeichnungen des 19 Jahrhunderts. Und wertet diese in aller Unverschämtheit noch einmal küntlerisch auf. Meist sind es das Komikerduo Stan Laurel und Oliver Hardy sowie diverse Micky Mouse und Donald Duck Figuren, die ihn bei diesen Vorhaben unterstützen.Auf die Kunstwerke geklebt, bohren sie in irgendwelchen Nasen von Fotoportraits herum oder lugen unter Damenröcke. Die Suche Schmidt in der Beeks, Fremdkörper in Kunstwerke einzubauen, hat offensichtlich auf das zumikon abgefärbt. Denn die Parallelausstellung von Ursula Kreutz passt thematisch erst einmal gar nicht dazu.
Im letzten August zog sie sich in den Nürnberger Reichswald zurück und verschmolz dort mit ihrer Umwelt - mittels Tarnkleidung und Tarnzelt in Baumoptik. Für die Dokumentation dieses Projektes hat sie nun die Wände und Fenster der Zumikonlounge mit lebens- und überlebensgroßen Aufnahmen von der Lichtung zugeklebt. Man entdeckt sie nicht sofort auf den Tapetenfotos, ihre Tarnkleidung hat sie tatsächlich fast unsichtbar gemacht. Hat man sie aber erst einmal entdeckt, wirkt sie fast wie ein Fremdkörper im Kunstwerk „Wald“. Vielleicht sind die beiden Ausstellungen ja doch nicht so unterschiedlich.

Ausstellung Dagmar Varady und Peter Muth genannt Dauphin, 30. September bis 13. November 2010

Unter dem Titel »Wolkenkratzer und Wolkenbilder« schrieb mt am 29.9.2010 in der Nürnberger Abendzeitung:

"Prinzipiell ist es so, dass ich meine Bilder nicht leiden kann.“ Es liegt an der Maltechnik für seinen Zyklus „Babylon“, die den Nürnberger Peter Dauphin genannt Muth, so sein offizieller Name, zu diesem doch recht kritischen Statement veranlasst. Mit winzigen Schablonen verklebt der Künstler in mehreren Schichten seine riesigen, mehrere Quadratmeter großen Grundflächen und spachtelt dann die winzigen Zwischenräume aus, so dass er erst am Ende, nach dem Abziehen der Schablonen, feststellen kann, wie nah – oder fern – die Werke seiner idealen Vorstellung sind. Die Motive des Babylonzyklus’: Großstadtsilhouetten. Im Zumikon, wo er am Donnerstag zusammen mit Dagmar Varady eine Doppelvernissage feiert, sind es die von New York und Shanghai. Je nach Betrachtungswinkel haben die Wolkenkratzer eine andere Farbgebung. Im krassen Gegensatz dazu steht sein beinahe monochromer Zyklus „Macht und Ohnmacht“, Nachahmungen berühmter Zeichnungen und Gemälde, die er lediglich mit ein paar Farbtupfern angereichert hat, wie bei „Gestern war gestern“.

Eine ganz andere künstlerische Welt öffnet sich im selben Gebäude nur ein paar Schritte entfernt im zweiten Raum. Dort sucht die Erfurter Medienkünstlerin Dagmar Varady nach der Schnittstelle zwischen Kunst und Forschung. Ihr kunst-wissenschaftliches Sujet der Ausstellung sind Wolkenbilder – ein Naturphänomen also, das die Meteorologen bis heute noch nicht entschlüsselt haben. Neben Rotstiftzeichnungen geht Varady das Thema außerdem mit zwei beschaulichen, fast schon meditativen Videos an. Das eine zeigt, wie auf La Gomera langsam der Nebel heraufzieht. Das andere lässt lediglich wissenschaftliche Texte über den Bildschirm fließen. Die laufen so schnell ab, dass man sich die lexikalen Inhalte intellektuell nur schemenhaft einverleiben kann. Eben wie Wolkenbilder.

Ausstellung Dagmar Varady und Peter Muth genannt Dauphin, 30. September bis 13. November 2010

Unter dem Titel »Die Giftfarben der Großstadt« schrieb Reinhard Kalb am 5.10.2010 in der Nürnberger Zeitung:

Zu den Stilleren im fränkischen Lande gehört der Maler Peter Dauphin genannt Muth. Das ist kein Künstlername, so steht es wirklich in seinem Pass. Und selbst dann fragen konsternierte Beamte: „Ja, wie heißen Sie denn nun? Dauphin oder Muth?“ Also nochmal: Der Künstler heißt „Peter Dauphin, genannt Muth“. In New York und Shanghai kennen ihn die Galeristen, hierzulande nur die Eingeweihten.

Menschenleere Metropolen: Manchmal tauschen in den Gemälden von Peter Dauphin genannt Muth weiße Seen und grüne Himmel die Farben, dann wieder schwebt ein Nashorn durchs Bild.

In der Lounge im Zumikon hängen zwei unterschiedliche Serien von ihm. Die eine präsentiert im vertikalen Großformat Ansichten von Metropolen wie New York und Shanghai. Aber nicht kreuzbrav realistisch abgemalt, sondern in wilder Zusammenstellung ihrer Architektur.
Tatsächlich verwendet Dauphin, genannt Muth Schablonen, die er mit einer raschen Spachteltechnik bearbeitet. „Das ergibt eine glatte Oberfläche mit verschiedenen Lichtreflexen, je nach Tageszeit und Lichteinfall.“

Nicht nur die Architekturen, auch die Farben tauschen die Plätze: weiß schimmert der See, grün der Himmel. Und im Himmelgrün schimmern wie Luftspiegelungen weitere Umrisse von Gebäuden. Manchmal schwebt auch ein Nashorn im Raum. Oder es ziehen sich Songtexte auf den Straßen dahin, die den Menschen das Menschsein absprechen. Denn das ist das Eigentümliche, das erst beim dritten Hinsehen auffällt: Dauphin, genannt Muths Metropolen sind menschenleer.
Die zweite Serie, betitelt „Macht und Ohnmacht“ widmet sich hingegen den Menschen und ihren Abgründen. Dauphin, genannt Muth zitiert darin Gemälde der Altmeister: „Judith und Holofernes“ von Caravaggio, „Medea“ von Delacroix, „Die Säge“ von Lukas Cranach. Allen Vorlagen gemeinsam ist eine unterkühlte Grausamkeit, die Dauphin, genannt Muth in seine Bildsprache übersetzt: Sämtliche Variationen greifen nur Ausschnitte aus den illustren Vorlagen auf, Raum und Figuren konzentrieren sich aufs Wesentliche. Außerdem beschränkt sich der Künstler auf die Figurenzeichnung, gibt aber nur einigen wenigen Details von Gewändern und Gegenständen Farbe. Der Rest verharrt in monochromer Deckfarbe, im Beigebraun der unbemalten Leinwand. Das gibt den Bildern den Zustand des Fragmentarischen, des gerade erst Begonnenen und nicht mal halbfertig Liegengelassenen. Wie Fundstücke aus dem hintersten Atelierwinkel. Und verleiht ihnen eine Rigorosität, die sie als „ausgemalte“ Werke nicht hätten.

Mit dabei im Studio des Zumikon, im Institut für moderne Kunst Nürnberg, ist Dagmar Varady. Ihr Lieblingsthema sind Wolken, ihre Flüchtigkeit und prinzipielle Unberechenbarkeit. Ihre Installation vereinigt mit dem Rotstift penibelst schraffierte Wolkenvisionen, einen Film, der Werden und Vergehen von Nebelfetzen im Mittelgebirge dokumentiert, sowie einen Leuchtkasten, der die künstliche Wolkenbildung auf Hightech-Niveau zeigt. Dazu vier Gehirne in Rötelzeichnung, die vermutlich Gedanken zur Wolkenbildung diffundieren. Das ist genauso genial und absurd zugleich wie Varadys Kunst.

Ausstellung Dagmar Varady und Peter Muth genannt Dauphin, 30. September bis 13. November 2010

Unter dem Titel »Forschungsreisen in die Großstadt« schrieb Birgit Ruf am 8.10.2010 in den Nürnberger Nachrichten:

Der Künstler Peter Dauphin, genannt Muth zeigt in der Lounge des zumikon eigenwillige Neuinterpretationen von Cranach-, Caravaggio- oder Delacroix- Motiven und seine besonders faszinierenden, unglaublich detailreich gestalteten Bilder von Weltmetropolen wie New York oder Shanghai. Menschenleer sind diese Ansammlungen von Hochhäusern, Straßenschluchten und Autobahnen. Wimmelbilder, die mit ihrer seltsam glatten Oberfläche bestechen - aufpolierte Urbanität. Das Geheimnis dieser schimmernden Glätte liegt in der Technik, die der Künstler seit geraumer Zeit anwendet: die Bilder sind nicht gemalt, sondern mit hunderten zum Teil winzigen nur erbsgroßen Schablonen auf die Leinwand gebracht: „Die Herstellung gleicht einem Schachspiel“, sagt der Künstler: Bein neben- und übereinanderkleben der Schablonen muß er die Bildkomposition immer viele Schritte vorausdenken. Eine Verherrlichung der Mega-städte mit ihrer Gigantomanie liegt ihm mit seinen schönen Ansichten aber fern. Nicht umsonst nennt er die Serie „Babylon“.
Die Künstlerin Dagmar Varady, die das Studio des Zumikon bespielt, hat sich ein ebenso faszinierendes wie flüchtiges Sujets für ihre künstlerische Betätigung auserkoren.Sie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft und gehört damit zu einer Generation von Künstlern die sich zunehmend in interdisziplinären Feldern bewegen.“Wolken sind ein Grenzphänomen. An ihnen beginnt und endet die Wissenschaft, beginnt und endet die Kunst, endet die Rationalität und beginnt das Irrationale“, sagt die 49 jährige und schließt daraus:
„ Sie sind das ideale Objekt auf der Suche nach den Grenzverläufen unseres irdischen Wesens.“
Im Ausstellungsraum zeigt Varady das Foto eines Wolkensimulators, ein Wolkennebel- Video aus Gomera und zwölf zeichnerische Annäherungen an „ihre“ Wolke. Die fotografierte sie auf einem Flug von Leipzig nach Wien. Dem flüchtigen Phänomen spürte sie mit zwölf großformatigen Zeichnungen nach, für die sie in Anlehneung an altmeisterliche Rötelzeichnungen rote Aquarellfarbe gewählt hat.

Ausstellung Felix Schramm und Sebastian Tröger, 15. Juli bis 18. September 2010

Unter dem Titel »Manche Vögel machen quasi Kunst« schrieb Christian Mückl am 16.7.2010 in der Nürnberger Zeitung:

Dass sich Menschen mitunter wie Tiere benehmen, ist bekannt. Es geht aber auch andersrum: Bei den Laubenvögeln zum Beispiel – das sind Piepmätze vom Amazonas – ist es so, dass die männliche Spezis turmartige Architekturen baut, deren Zweck nicht etwa in der Nutzung als Nest besteht. Vielmehr werben sie damit um Frauen. Wer den besten Turm anlegt, kriegt die Schönste. »Die Vögel machen quasi Kunst«, sagt Sebastian Tröger.
Der wiederum muss es wissen. Nicht nur, da er selbst Kunst macht. Seine jetzige Ausstellung im Nürnberger Zumikon hat der 1986 in Erlangen geborene Künstler gar um einen Laubenvogelturm am Flussgrundstück ergänzt. Mal sehen, ob er Weibchen anlockt. Oder wenigstens Besucher. Oder gar Galeristen.
Der verheißungsvoll archaisch geschlichtete Holzbau könnte als Lockstoff für das dienen, was im Studio des Zumikons zu sehen ist. Trögers Schau »Mountain Man« besteht erneut aus einem archaisch gebastelten Geflecht dünner Holzstäbchen, das sich filigran über drei Wände erstreckt. Alle seine Exponate, darunter ein Gemälde, zitieren in Form und Farbe assoziationsreich die Natur.
Mit Ausnahme seines Films. Er zeigt drei fiktive Charaktere, allesamt mit dem Kunstbetrieb verbandelt, wie sie referieren, zitieren, dialogisieren und lamentieren. Trögers gesunde Skepsis, ja heitere Distanz zu vorgefertigten Künstler-Rollen kommt dabei gut zum Ausdruck. Vielversprechend.
Was sich von den verstiegenen Beiträgen Felix Schramms, den das Institut für Moderne Kunst in der Lounge vorstellt, leider nicht behaupten lässt. So mögen die ortsbezogenen, »raumsprengenden« Arbeiten des 1970 geborenen Künstlers aus Düsseldorf andernorts Wirkung entfalten, wo sie als brachiale, doppelbödige Fetzen aus Bauschrott große Hallen durchteilen. Im Zumikon jedoch, wo Schramm mit nervtötend falsch leiernden Plattenspielern, Skulpturenbruch oder Baumarktkram einen »modellhaften Korridor« schaffen möchte, aus dessen »Bruchsituation sich was entwickeln kann«, wächst vor allem eins: Der Wunsch, diesen mit Belanglosigkeiten und spröden Theorien aufgeplusterten Ort alsbald wieder zu verlassen.

Ausstellung Verena Manz, 7. Mai bis 26. Juni 2010

Unter dem Titel »Sehenswerte Doppelausstellung im Zumikon« schrieb Birgit Ruf am 12.5.10 in den Nürnberger Nachrichten:

Mit froher Bestimmtheit bietet Verena Manz dem Betrachter ihr in jahrelanger Kleinarbeit entstandenes Paradies dar: Rund und bunt ist hier alles, die Gemälde und bemalten Häkeldeckchen an den Wänden, die veredelten Hüte und die stets offenen bunten Vogelkäfige, die Objekte und Skulpturen, die Manz aus Fundstücken baut oder aus Schichten von Zeitungspapier aubaut. Ein fröhliches Universum, an dem man sich ganz sicherlich nicht schnell satt sehen kann. Selbst wenn die Künstlerin für ihre übermanns- großen Figuren mit den knuffigen Händen und Füßen ausnahmsweise zur Farbe Weiß greift, ist die schrill: »Es ist Leuchtfarbe, erläutert die Künstlerin«.

Ausstellung Verena Manz, 7. Mai bis 26. Juni 2010

Unter dem Titel »Belebend, verstörend und leicht zu reinigen« schrieb mm/mur am 7.5.10 in der Nürnberger Abendzeitung:

Einen Knalleffekt setzt Verena Manz in der Lounge des Zumikon. Kunterkunst, die süchtig macht – auch die Nürnbergerin selbst. Ihre Figuren und Skulpturen entstehen aus Streifen von Zeitungspapier, in verleimten Schichten, was die runde Formen gibt, an denen Manz so lange weiterklebt, bis die Figur gerade noch durch die Wohnungstür passt. Figuren bekommen dann weiße Farbe und Klarlack als Überzug, „ weil’s leichter zu reinigen ist.“ Auf Skulpturen und Objekte kommt hingegen eine Farbhaut, für die knallbunt als Beschreibung nicht reicht: Manz liefert Detonationen in Neon, nach denen man gern mal zehn Minuten grau sähe. Belebend.

Ausstellung Verena Manz, 7. Mai bis 26. Juni 2010

Unter dem Titel »Kunst, die kickt, kurz bevor was kippt« schrieb Christian Mückl am 6.5.10 in der Nürnberger Zeitung:

Nicht nur farblich betrachtet kommt die Parallel-Ausstellung von Verena Manz in der Zumikon-Lounge einem Besuch in der Villa Kunterbunt gleich. Wobei selbst Pippi Langstrumpf vergleichsweise noch lahmt, was die Präzision der mit Tagesleuchtfarben bemalten, von Manz selbst geformten oder verfremdeten Traumzimmer-Einrichtung betrifft.
So präsentiert die 1962 geborene spätere Meisterschülerin von Werner Knaupp ihre Schau als Trip ins Wunderland quietschender Farben auf kindlich-sanft geformtem Objekt: Da ist etwa der »Schaukelstuhl für Unbetuchte«, den die Künstlerin wohlmeinend mit Handtüchern umwickelt hat. Da haben Bälle und Buchstaben Füße, sind Tapeten Hymnen auf den Klecks – und weil die Künstlerin Vogelkäfige im geöffneten Zustand am schönsten findet, fehlen ihr zwar die Piepmatze, dafür hat sie deren Behausungen mit Schleifchen verziert.
Dass ihre dem grauen Alltag entgegengereckten Gehstöcke für Senioren schon aufgrund der Farbgebung Signalwirkung haben, fügt sich ebenso ins Bild ihres bunten Budenzaubers wie die flirrende Malerei. Kein Wunder, dass ihre Kunst bereits auch in Krankenhäusern wie dem Klinikum Nord Eingang fand, um die Gemüter anzustrahlen. Im Zumikon gibt es sie auch ohne Rezept.

Ausstellung Bianca Schelling, 5.3. bis 24.4.2010

Unter dem Titel »Kunst-Welt zwischen Illusion und Wirklichkeit« schrieb Regina Urban am 10.3.10 in den Nürnberger Nachrichten:

Sind bei Kempf die einfachen Dinge der Alltagswelt Ausgangspunkt ihrer Kunst, so dienen Bianca Schelling Triebwerke und formvollendete Calatrava-Architekturen als Vorlagen für ihre großartigen Tuschemalereien. Ausschnitthaft herangezoomt erscheinen die technischen Konstruktionen beinahe wie ornamentale Gebilde oder Skulpturen, deren spannende Farbdramaturgie zwischen Hell und Dunkel, Licht und Schatten oszilliert. Je eigenwilliger und extremer die Perspektive ist, die Schelling dabei wählt, desto abstrakter erscheinen ihre Motive. Die gebaute Welt verdichtet sich in ihren Bildern zu faszinierenden Formschöpfungen, die manchmal so düster-erhaben wie gothische Kathedralen anmuten und immer von größter ästhetischer Spannkraft sind.

Ausstellung Bianca Schelling, 5.3. bis 24.4.2010

Unter dem Titel »Wehe, wenn der Ventilator« weht« schrieb Reinhard Kalb am 4.3.2010 in der Nürnberger Zeitung:

Erster Eindruck: Wo sind wir hier? Befinden wir uns in einem Kraftwerk megalomanischen Ausmaßes? Oder stecken wir unter einer Motorhaube und inspizieren den Kühlergrill? Bianca Schellings Gemälde präsentieren gigantische Turbinen, Ventilatoren und Windkanäle mit Kabeln und Rohren. Ihre Maltechnik (mehrere Lasuren Tusche auf Aluminium) verleiht den Industrievisionen bei aller Schwere etwas Leichtes, quasi Organisches. Allerdings verweigert Bianca Schelling jeden Größenmaßstab. Kein Mensch, kein Lebewesen verirrt sich in ihre High-Tech-Kammern. Dasselbe gilt für ihre architektonischen Visionen. Lange Fluchten, überdacht von geschwungenen Trägern aus undefinierbar metallischer Substanz, deren Staffelung sich im Unendlichen verliert. Ruinenromantik nach dem Aussterben der Menschheit? Ein kalter Hauch aus «Metropolis» durchzieht Schellings Gemälde, auch wenn die Künstlerin zugibt, Fritz Langs Meisterwerk nie gesehen zu haben.

Ausstellung Bianca Schelling, 5.3. bis 24.4.2010

Unter dem Titel »Wo Milchtropfen über die Landstraßr rasen« weht« schrieb daer am 4.3.2010 in der Nürnberger Abendzeitung:

Drauf- und Einsichten von Triebwerken, Windkanälen und futuristischen Bahnhöfen dienen Bianca Schelling als Vorlage für ihre atemberaubend genaue Tusche-Malerei, die nichts mit Fotorealismus zu tun haben will. ... Sie ist von Licht und Schatten fasziniert und modelliert verheißungsvoll-bedrohliche Kathedralen mit himmelwärts gerichteter Gotik, als seien sie neue Film-Kulissen für unheimlichen Metropolis-Expressionismus.

Ausstellung Reynold Reynolds: Films; 11. Dezember 2009 bis 13. Februar 2010

Unter dem Titel »Vom falschen Leben durchpulst« schrieb Georg Kasch am 11. Dezember 2009 in der Nürnberger Abendzeitung:

Mit altmodisch gewordenem Super-8- und 16-Millimeter-Material schafft Reynolds raumtiefe Bilder von Verwesung und Vergehen, von Leiden und Tod, die die Kraft und Ruhe barocker Stillleben atmen. Vielleicht lag es an ihnen, dass Gerhard Falkner, dichtender Wahl-Berliner und Teilzeitfranke, mit Reynolds zusammenarbeiten wollte. Entstanden ist so nicht nur der Kontakt zum Zumikon-Team, sondern auch der „Letzte Tag der Republik“: Während im Zeitraffer Abrisskräne reptiliengleich die letzten Betontürme des einstigen Palasts der Republik zerknabbern, spricht Falkner Verse von einer Wucht, die Shakespeare mit Heiner Müller versöhnen und Berlin mit dem antiken Karthago gleichsetzen. Dokumentarisch ist das und zugleich ein großes Menschheitsdrama, verdichtete Zeitgeschichte, filmisch kongenial aufgefangen.

Ausstellung Reynold Reynolds: Films; 11. Dezember 2009 bis 13. Februar 2010

Unter dem Titel »Beiläufig brennen die Betten« schrieb Christian Mückl am 10. Dezember 2009 in der Nürnberger Zeitung:

Das Institut für moderne Kunst kann sich glücklich schätzen, den aus Alaska stammenden, in Berlin lebenden Künstler (Jg. 1966) anhand dreier packender Filmattacken im Nürnberger Zumikon vorzuführen. Der Kontakt kam über den fränkischen Lyriker Gerhard Falkner zustande, der heute ebenfalls in der Hauptstadt wohnt und mit dem ungewöhnlichen Kunstfilmer befreundet ist.

Das Meisterwerk aber heißt »Burn« (2002). Hier setzt Reynolds, was das sprachlose Erkalten der Gefühle betrifft, noch eins drauf. Ein Mann wird gezeigt, der eine blonde Frau anzündet, die im Bett schläft. Bald greift das Feuer auf das Gebäude über – was Reynolds mit abgründig schönen Bildern tanzender Flammen vermittelt, aber auch mit beißender Irritation. Denn nebenan haust das nächste Paar. Vom Feuer allenfalls »leicht genervt« schweigen Mann und Frau weiter vor sich hin, während ihre Betten längst brennen …

Ausstellung Agnes Ritli, 8. Oktober bis 28. November 2009

Unter dem Titel »Aus Luftschlössern in Wartesäle der Zauberei« schrieb Georg Kasch am 8. Oktober 2009 in der Nürnberger Abendzeitung:

Bei Agnes Ritli, Nürnberger Akademiestudentin, besitzt das Fernweh noch Romantik: Feinste Bleistiftzeichnungen im Kleinformat zeigen Meerszenen und Venedig, im Raum hängt ein Segel. Romantisch auch das Verhältnis von angedeuteter Natur und Betrachter bei späteren Arbeiten, die aus Silhouetten und Andeutungen bestehen – Caspar David Friedrich zum Weiterdenken.

Ausstellung Agnes Ritli, 8. Oktober bis 28. November 2009

Unter dem Titel »Bis der letzte Blickfang fällt« schrieb Christian Mückl am 7. Oktober 2009 in der Nürnberger Zeitung:

Klaren Strichs schafft die Nürnberger Künstlerin karge Bildgeschichten über Alltägliches. Bis an die Grenzen des Figürlichen tastend gleichen ihre Werke Liebkosungen des Papiers, deren Reiz im Unausgesprochenen liegt.

Ausstellung Giorgio Hupfer
Vom Schätzesammeln und vom Sorgen

Unter dem Titel »Hupfers heilsame Handschrift« schrieb müc am 17.9.2009 in den Nürnberger Nachrichten:

Giorgio Hupfer war in Indien. Weg vom Nürnberger Kulturbetrieb: Einkehr halten, Schriften lesen, »den Spirit spüren: Wow!«

Aber auch ein lebendes Gesamtkunstwerk muss halt mal wieder nach Hause. Das ist dann hart. Zumal während der Wirtschaftskrise. Die flog dem vielseitigen Kulturpreisträger flott um die Ohren: »Geh’ dann mal auf die Bank, noch dazu als Künstler.« Selbst mit viel Spirit kommt man dort nicht mehr weit.

Also hat Hupfer wieder Einkehr gehalten – aber nun im Muggenhofer Atelier. Hat wieder Schriften gelesen. Und gestutzt: Denn was er las, traf den Knackpunkt der Krisen-Hysterie im Kern. Sätze wie »Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen« oder »Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat«, kamen der indischen Weltsicht recht nah – und waren doch uraltes christliches Gedankengut. Hupfer las das Kapitel »Vom Schätzesammeln und Sorgen« im Neuen Testament.

Weil er aber nun mal eine Künstlerseele hat und nicht die eines Predigers, weil er noch dazu die selten gewordene Kunst einer markanten Handschrift pflegt, zelebrierte Hupfer als alter Stilist des Erhabenen die Entdeckung auf seine Art: Er fertigte 16 Schriftbilder an, in denen er, beinahe kalligraphisch, die erbaulichen Bibelsätze auf Büttenpapier bannte. Indischen Meditationstafeln ähnlich hat Hupfer die Worte über den schnöden Mammon beseelt mit Bleistift ins Bild gesetzt. Eine »Übung«, noch für den Betrachter: »Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz«.

Jubiläumsausstellung »Die unendliche Schleife / 10 Jahre zumikon – 101 Jahre Max Bill«, 20. Juli bis 29. August 2009

Unter dem Titel »Ein großer Kunsttraum und was daraus wurde« schrieb Regina Urban am 17. Juli 2009 in den Nürnberger Nachrichten:

Am Sonntag feiert das Zumikon in der Großweidenmühlstraße 21 seinen 10. Geburtstag. Mit dem Haus, erbaut nach einem Entwurf des Schweizer Künstlers Max Bill, hat sich der Nürnberger Immobilieninvestor und Kunstförderer Volker Koch einen »Traum« erfüllt. Kunst, Kultur und kommerzielle Nutzung sollten hier eine fruchtbare Symbiose eingehen. Anlässlich des Jubiläums haben wir nachgefragt, was aus dem Traum geworden ist.

Als das Zumikon im Herbst 1999 feierlich eröffnet wurde, startete für Volker Koch ein »kultureller Selbstversuch«. Der kunstsinnige Bauherr, der sich zuvor schon als Sponsor des renommierten Renta-Preises einen Namen gemacht hatte und Ehrenmitglied der Nürnberger Kunstakademie ist, betrachtete den »Zumikon Art Club« (der etwas elitär klingende Zusatz wurde bald gestrichen) von Anfang an als »Experimentierbühne«.

Auf ein starres Konzept wurde bewusst verzichtet, nur die Raumnutzung war klar geregelt: Im Erdgeschoss zwei zum Garten hin offene Schauräume für die Kunst, dazwischen ein Restaurant, im ersten Stock der »First Floor«, eine Mischung aus Kunstverkaufsladen und Galerie. Dazu sieben Appartements vorzugsweise für Stipendiaten und Künstler, die zu Gast in der Stadt weilten, und unterm Dach das luftig-lichte Attikageschoss für Tagungen und Kulturveranstaltungen aller Art.

Bereits nach anderthalb Jahren musste Koch feststellen, dass das Experiment fürs erste schief gelaufen war. Die Kunst, in Gestalt der Galerien Birner + Wittmann und Kohlenhof, war wieder ausgezogen, kurz darauf schloss der »First Floor« mangels Nachfrage. Vor allem letzteres war für Koch »eine Enttäuschung«, sollten in der von Verena Waffek, Helga von Rauffer und Eva Schickler betriebenen Ladengalerie doch alle Fäden des Hauses zusammenlaufen.

Auch Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Comedy und Künstlergespräche waren bald passé. Längst sind das Dachgeschoss und die Appartements als Büros vermietet. Es war nicht zuletzt die »liebe« Nachbarschaft, die der schönen Idee vom lebendigen Kulturhaus einen Strich durch die Rechnung machte. Auf Beschwerden wegen Ruhestörung folgte die Forderung seitens der Stadt, das Haus als Hotel auszuweisen. Seitdem gibt es hier keine Gästewohnungen für Künstler mehr. »Das mussten wir leider sein lassen, die Auflagen für einen Hotelbetrieb wären zu hoch gewesen«, bedauert Koch.

Viele Gründe also, das Handtuch zu werfen. Das Zumikon als rein gewerbliches Mietobjekt weiter zu betreiben, kam für Koch jedoch nie in Frage. Zwar dominiert in seinem »Traum«-Haus derzeit die nicht-kulturelle Nutzung in einem Ausmaß, mit dem auch er nicht ganz glücklich ist, der Ausstellungsbetrieb aber hat dauerhaft überlebt. Nach einer Interimsbespielung der Schauräume durch vier Nürnberger Galerien holte Koch 2003 mit dem Institut für moderne Kunst einen Ausstellungsmacher ins Studio, der Qualität und Kontinuität versprach. Seitdem wird hier regelmäßig zeitgenössische Kunst aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus präsentiert, während die von Verena Waffek kuratierte Lounge gegenüber für junge Künstler aus der Region reserviert ist. Insgesamt über 70 Ausstellungen, großzügig unterstützt vom Hausherrn und seiner Kochinvest-Gruppe, haben das Zumikon seitdem als feste Größe in der hiesigen Kunstszene etabliert.

Und auch die anfänglichen »Störeffekte« mit der Gastronomie, die sich mit der Kunst nicht so vertrug wie erhofft, sind vorbei, seit Charlotte von Elm, selbst Künstlerin und Hobbyköchin, zusammen mit ihrem Mann das Restaurant im Zumikon, kurz: »r.i.z.«, 2007 übernommen hat. Das Pächterpaar betreue die Ausstellungen sehr engagiert und beziehe bei seinen kulinarischen Veranstaltungen die Kunst explizit mit ein, ist Koch voll des Lobes. Einziges Manko: Das wunderschön im Grünen gelegene Restaurant öffnet jetzt nur noch für private Feiern, während der knapp bemessenen Ausstellungszeiten (dienstags bis samstags von 17 bis 20 Uhr) gibt es lediglich Getränke.

Koch macht keinen Hehl daraus, dass er eine Art Museumscafé mit ganztägigen Öffnungszeiten bevorzugen würde. Doch es war nie sein Stil, den Hausbewohnern reinzureden: »Kinder entwickeln sich auch nicht immer so wie die Eltern sich das vorstellen. Man muss offen sein für Überraschungen.« Auch wenn das Zumikon heute nicht ganz dem Ideal seines »Vaters« entspricht, so ist Volker Koch trotzdem »zufrieden und sogar ein bisschen glücklich« über das, was da an der Pegnitz gediehen ist. Am Sonntag (ab 15 Uhr) soll deshalb auch ganz unbeschwert gefeiert werden bei einem Sommerfest mit Musik, Reden und einer großen Geburtstagsschau mit Plakatwerken von 45 Künstlern.

Jubiläumsausstellung »Die unendliche Schleife / 10 Jahre zumikon – 101 Jahre Max Bill«, 20. Juli bis 29. August 2009

Unter dem Titel »Zumikon: Jubiläums-Ausstellung und Sommerfest« schrieb Christian Mückl am 17. Juli 2009 in der Nürnberger Zeitung:

Zehn Jahre Nürnberger Zumikon, dazu 101 Jahre Max Bill – ergibt das nicht mindestens Kunst-Geschichten aus 1001 Nacht? Und überhaupt: Wie kriegt man das als Jubiläum verpackt? Hinter den Mauern des Max-Bill-Baus Zumikon, seinem Werk an den Gestaden der Pegnitz, hat die Lösung des Problems nun einen Namen. Sie heißt vielversprechend »Die unendliche Schleife«. Und diese bindet sowohl posthum den Architekten als auch aktuell rund 50 künstlerische Zumikon-»Gäste« der letzten zehn Jahre ein.

Seitdem Mäzen Volker Koch 1999 seine Vision wahr werden ließ und beschloss, das Prachtgrundstück am Fluss nicht durch den Bau neuer Luxuswohnungen zu versilbern, sondern an der Großweidenmühlstraße 21 lieber nach Plänen des Schweizer Malers, Bildhauers und Bauhaus-Architekten einen Kunst-Ort entstehen zu lassen, war viel los. Es fanden mehr als 50 Ausstellungen statt, dazu Konzerte, Lesungen, Kultur-Spektakel aller Art – zwei Mal sogar Gottesdienste. Außerdem nutzten Künstler die Atelierwohnungen im Obergeschoss als Unterkunft.

Zur Jubiläums-Ausstellung nun – und zum bevorstehenden Sommerfest am Sonntag – hat ein Großteil der früheren Zumikon-Künstler eine »endlose Schleife« erschaffen, indem ein jeder sein ganz individuelles Ausstellungsplakat entwarf. Oftmals witzig, mitunter recht frech im Ergebnis, war der Max-Bill-Bezug die einzige Vorgabe. Was dabei heraus kam, kann man jetzt wiederum in der Lounge und im Studio sehen, denn die Plakate wurden zu mehreren Schleifen verbunden und baumeln nun im Gebäude, das übrigens nach dem Zürcher Stadtteil benannt wurde, in dem Bill zuletzt wohnte.

Und wo er 1994 starb – so dass Kollegen sein geplantes Werk an der Pegnitz vollendeten. Umso schöner, dass der auch philosophisch agile Schweizer Schlaukopf (geboren 1900) nun in der Nürnberger Schleifenlösung nochmal aufleben darf – denn die Idee einer »Linie, die durch eine Schleife zur Unendlichkeit führt« wurde ja ebenfalls von ihm in die Welt gesetzt.

Künstler Christoph Haupt rückt auf seinem Plakat neben dem Vorschlag »Die Kunst braucht rechte Winkel« auch den Gegenvorschlag »Hauptsache Bill-ig« ins Bild. Auch der Wortkünstler Gerhard Falkner will auf Mehrdeutigkeiten hinaus – wo »Bill» doch nicht nur ein Nachname ist, sondern auf Englisch auch »Rechnung« heißt. Den Mäzenaten vor Augen, der wiederum sein Geld als Immobilienunternehmer verdient, ließ Haupt ein Plakat drucken, auf dem »Volker Builds The Bill« der Aussage »Volker Pays The Bill« gegenübersteht.

Aber es stimmt ja. Dass eine Kuratorin wie die Künstlerin Verena Waffek gut fünf Mal pro Jahr regionale Künstler in die Lounge einladen kann, während parallel dazu im Studio das Institut für Moderne Kunst neue Kunst aus dem In- und Ausland präsentiert, ist nur möglich, weil der Hausherr privates Geld ins »Experimentierkästchen«, wie er das Gebäude liebevoll nennt, steckt.

»Gerade in Zeiten nicht prall gefüllter öffentlicher Kassen ist privates Engagement wertvoller denn je«, bekundet ihm OB Ulrich Maly Hochachtung dafür: »Mit dem Zumikon hat Volker Koch ein Kulturinstitution geschaffen, die einen ganz eigenen Charakter besitzt.«

Doch den gäb’s natürlich kaum ohne Künstler. Beziehungsweise die, die im Zumikon auch mal was Gewagteres zeigen. Manches davon ist quasi unbezahlbar – auch in der Erinnerung. So denkt etwa Manfred Rothenberger vom Kunst-Institut noch gut daran, wie ihm die Präsentation von Michael Sailsdorfer schlaflose Nächte bescherte. Der hatte für sein Werk »Zeit ist keine Autobahn« mit einer Reifenabreibemaschine zwei Ausstellungs-Monate lang dauernd Auto-Pneus gewetzt. Jedenfalls stank es so stechend nach Gummi, dass Rothenberger eine Beschwerde seitens der Restaurantbetreiber im Zumikon befürchtete, mit dem Ergebnis »der Volker Koch schmeißt mich hier noch raus«. Der wiederum dachte nicht im Traum daran – und freut sich noch heut.

Jubiläumsausstellung »Die unendliche Schleife / 10 Jahre zumikon – 101 Jahre Max Bill«, 20. Juli bis 29. August 2009

Unter dem Titel »Wechselnde Liebschaften« schrieb daer am 17. Juli 2009 in der Nürnberger Abendzteitung:

Das quergelegte Unendlichkeitssymbol dient Ausstellungsarchitekt Andreas Oehlert als Raumteiler und Jubiläumssignal: Die Schleife passt zum Festanzug. Theorie-Statements von Bill wurden 48 Künstlern als Kreativ-Knetmasse hingeworfen. Eva von Platen lässt – »Form ist alles, was wir sehen« – eine einäugige Katze groß gucken. Ulrich Emmert geht mit »Kill Bill« und Uma Thurman gegen einen Bill-Leitsatz vor: »Ich versuche, eine Gegenwelt aufzustellen gegen die Konfusion, in der wir heute leben.« Und Autor Gerhard Falkner stößt mit seinem Entwurf in Konkrete Poesie vor: »Volker builds the Bill, Volker pays the Bill.«
Gemeint ist der Nürnberger Immobilienunternehmer Volker Koch, der Bill für sein Projekt auf der »Schnittstelle zwischen Kultur und Wirtschaft« begeisterte Ein »Experimentierkasten« öffnete sich mit »wechselnden Liebschaften«, also Mietern, und Ideen, mit Gottesdiensten und Lesungen, 157 Ausstellungen und »zwischen 10000 und 100000 Besuchern« in zehn Jahren. Für Manfred Rothenberger (Institut für moderne Kunst) ein »unglaubliches Modellprojekt« bürgerlichen Engagements. Für Koch ein »tägliches Lebensmittel«: »Wenn ich im Grünen leben will, muss ich meinen Garten pflegen.«

Ausstellung »Burkard Blümlein: Vorgeschichten, Nachbilder«, 8. Mai bis 27. Juni 2009

Unter dem Titel »Gelochte Geschichten, verwüstete Zeit« schrieb GK am 28. Mai 2009 in der Nürnberger Abendzeitung:

Der gebürtige Franke (Burkhard Blümlein), der an der Nürnberger Kunstakademie studierte, verleiht jedem Ding eine ebenso zärtliche wie streitbare Poesie: der im Krieg brandbefleckten Tasse, dem zerkratzten Tisch, zerlöchertem Pressholz. Sie alle erzählen Geschichten. Man muss sie nur lassen.

Ausstellung »Burkard Blümlein: Vorgeschichten, Nachbilder«, 8. Mai bis 27. Juni 2009

Unter dem Titel »Die Schönheit in den Spuren des Alltäglichen« schrieb müc am 7. Mai 2009 in der Nürnberger Zeitung:

Burkhard Blümleins Kunst hat etwas Mönchisches: Sein Zerbrechen von Porzellan, um es wieder zusammenzufügen. Sein Zerkratzen von Glas, um es abzuzeichnen. Das Sichtbarmachen von Spuren.

Akzeptiert man Blümleins Position, wonach ihm zeitgenössische Kunst oft »unglaubwürdig» erscheint – als er studierte, waren zum Beispiel die bizarren Gemälde der »Neuen Wilden» en vogue –, kann man seine Suche nach Essenz in jeder gekitteten Tasse, jeder geflickten Decke, jeder perforierten bunten Plastikflasche, die er im Kunst-Raum des Zumikons »Bild werden» lässt, sehen: »Ich will nur tun, was ich verantworten kann.»
Das ist nicht viel. Mit der rosenkranzartigen Kette, auf ein Radwerk gehängt und »Perlenzähler» betitelt, ist wohl auch sein Kunstbegriff benannt: Zwischen Minimalismus und Zen. Will man ihm Böses, sagt man Beliebigkeit, wenn nicht, dann womöglich Bescheidenheit dazu, wie er dezent Alltagskram, Mobiliar, Murmeln oder ein perforiertes Straußenei im Raum drapiert, damit es, »Gesprächen» gleich, im Raum »korrespondieren» kann. Dass Blümlein seinen asketischen Prozess des Schaffens über das Ergebnis stellt, schließt Ästhetik nicht aus. Nicht im Zumikon – wo sein Elfenbeinturm offene Türen hat.

Ausstellung »Dorothee Berkenheger: Routing«, 6. März bis 25. April 2009

Unter dem Titel „Außerirdische im hölzernen Labyrinth“ schrieb daer am 5. März 2008 in der Abendzeitung Nürnberg:

Dorothee Berkenheger (...) liefert bei ihrer Nürnberg Rückkehr eine Premiere. „Routing“ ist ein hölzerner Verkehrskreislauf in Unschuldsweiß, der sich mit all seinen Kurven, Brücken und Kreuzungen Loopings sparen kann. Modellkonstruktion auch so. Eine 3D-Zeichnung, die ornamentale Züge hat. Und spielerische. Mitspielen ist bei der Leihgabe aus dem Kinderzimmer jedoch nicht erwünscht: Betreten der Fahrbahn verboten!

Ausstellung »Doris Marten: SEQUENCES«, 12. Dezember bis 7. Februar 2009

Unter dem Titel »Die Streifenmalerin und der Fadenkünstler« schrieb R.U. am 16. Dezember 2008 in den Nürnberger Nachrichten:

Martens akribisch gemalte Farbgeflechte aus Streifen mit Klebebandanmutung folgen zwar einem genauen Ordnungssystem, wirklich habhaft wird man dieser Ordnung jedoch kaum. Die permanente Verschiebung von Streifen und Farbintervallen verleiht ihren Bildwerken, die aus einer Vielzahl seriell gestapelter oder gehängter Elemente bestehen, eine flirrende Dynamik. So betreibt die Künstlerin ein raffiniertes Spiel mit dem visuellen Effekt, bei dem sie auch mal Malerei vortäuscht, wo tatsächlich nur leere Wand ist.

Ausstellung »Thilo Westermann«, 4. Juli bis 5. Oktober 2008

Unter dem Titel »Vergänglichkeit, Erotik und purer Luxus« schrieb R.U. am 10. Juli 2008 in den Nürnberger Nachrichten:

Auch bei Thilo Westermann, der als Meisterschüler bei Michael Munding studierte und in der Zumikon-Lounge ausstellt, ist der Tod allgegenwärtig. Der 27-Jährige inszeniert Blumen und Pflanzen in akribisch naturgetreuen Buntstiftzeichnungen und hochartifizieller Hinterglasmalerei als Boten der Vergänglichkeit. An aufgespießte Schmetterlinge erinnern die Phloxblüten, schon im Zustand des Verwelkens. Zum barocken Vanitas-Motiv von unnahbarer Schönheit gerinnt das Arrangement von Bouquet, Madonnenbild und Gucci-Flasche in einer Hinterglasmalerei auf tiefschwarzem Grund. Puren Luxus verströmt dieses Bild, in dem die Natur zum Kunstgeschöpf domestiziert ist und der Narziss-Mythos, auf den sich Westermann bezieht, auch in der spiegelnden Oberfläche aufscheint.

Ausstellung »Thilo Westermann«, 4. Juli bis 5. Oktober 2008

Unter dem Titel »Skelett und Rose« schrieb Georg Kasch am 4. Juli 2008 in der Abendzeitung Nürnberg:

… die Vergegenwärtigung der Vergänglichkeit: Alles ist eitel. Seine atemberaubend präzisen Blumenstillleben atmen barocke Lust und Tod. Zart entfaltet sich die Rose als Buntstiftimitation kurz vor dem Verblühen. Eitelkeit auch in seinen Hinterglasmalereien: Ein Markenparfüm oder eine kunsthistorische Anspielung betonen Luxus und Einzigartigkeit, aber auch konsumierbarkeit der Bilder. Nicht zufällig spiegelt sich der Betrachter in der Oberfläche – Narziss is watching you.

Ausstellung Thilo Westermann, 4. Juli bis 5. Oktober 2008

Unter dem Titel »Ab in den Wald, zurück ins Atelier« schrieb Reinhard Kalb am 3. Juli 2008 in der Nürnberger Zeitung:

So arrangiert Thilo Westermann bunte Blumen zu einem schönen Strauß und malt sie ab als Hinterglasmalerei – in glänzendem Schwarzweiß. Helldunkel-Werte erziehlt der Student der Philosophie und Kunstgeschichte durch minuziöse Punktierung. Parfümflakons, Familienfotos und Spiegelungen vervollständigen die Stillleben und greifen die hochartifizielle Ästhetik der Werbung auf. Glasklar, eiskalt, künstlich bis zur Synthetik.

Ausstellung »Johannes Kersting: Feldforschung«, 18. April bis 20. Juni 2008

Unter dem Titel »Spiel mit natürlichen und virtuellen Schatten« schrieb Bernd Zachow am 24.4.08 in den Nürnberger Nachrichten:

Das Zeichnen versteht Nanne Meyer als ein „Denken mit dem Stift in der Hand“, als einen Versuch, dem Flüchtigen Form und Dauer zu verleihen. Das scheint bei ihr manchmal fast automatisch abzulaufen. Der Zeichenstift rennt förmlich über das Papier, eine dichte Textur aus anmutigen Wellenlinien hinterlassend, oder ein labyrinthisches Gefüge geometrischer Figuren. Daneben gibt es jedoch auch Blätter, die von einem zähen Ringen zeugen, von einer geduldigen Suche nach Kontur und Gestalt. Nachvollziehbar sind Phasen des Innehaltens, des Abwägens und Auswählens. Das Ziel ist eine Komposition, in der sich Spontaneität und Ordnung, Gegenständlichkeit und Abstraktion verbinden. ... Um Kunst als Produkt der menschlichen Vorstellungskraft geht es auch bei Johannes Kersting. Der Mittelpunkt seiner Präsentation ist ein Stück Scheinarchitektur, bestehend aus einer an die Galeriewand projizierten Computeranimation und ein paar Styropor- Teilen. Die Illusion ist keineswegs perfekt. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich gewisse Material-Ambivalenzen und seltsame Widersprüche zwischen natürlichen und virtuellen Schatten. Doch dem Künstler geht es auch nicht um vollkommen vorgetäuschte Wirklichkeit, sondern vielmehr um einen Hinweis auf die Wirklichkeit der Täuschung. Auch Kerstings Zeichnungen und Tafelbilder beweisen die Macht der Imagination, die im kleinen Ausschnitt, im symbolhaften Detail das große Ganze zu erkennen vermag.

Ausstellung »Johannes Kersting: Feldforschung«, 18. April bis 20. Juni 2008

Unter dem Titel »Frau Meyer schwärzt das Hafenviertel« schrieb Christian Mückl am 18.4.08 in der Nürnberger Zeitung:

Manche Künstler geben Bildern komische Namen. Johannes Kersting hingegen gibt komischen Namen Bilder. »Feldforschung« ist zum Beispiel so ein Begriff, der Kerstings Fantasie beflügelt: Also sehen wir einen Forscher im Spargelfeld, den Kersting mit feinem Bleistiftstrich zu Papier gebracht hat. Andere Wortbilder aus dem Vokabelheft deutscher Bürokraten, »Straßenstück« etwa, oder »Kanalabschnitt«, dienen dem jungen Künstler für weitere Blätter im Nürnberger Zumikon als Steilvorlagen. ...
Ist sie (Nanne Meyer) von allen guten Geistern verlassen? Oder ist das Gegenteil der Fall? Auf vergilbten Panorama-Landkarten der Schweizer Alpen hat Meyer Gebirgszüge so herausgearbeitet, dass diese zu Gespenstern mutieren. Passt der eidgenössischen Bergwelt übrigens nicht mal so schlecht in die Visage ...